Eine Dosis für meine Gesundheit
Von Marlies Lützner
Abgespannt und etwas müde stehe ich da. Die Hand auf den Bauch gelegt, beobachte ich das Einatmen und Ausatmen. Intensiv fülle ich meine Lungen mit Luft, um sie anschließend in mehreren Stößen wieder rauszulassen.
Ich schnappe nach Luft, meine Lippen formen ein O und ich lasse einen Hauch wohldosiert nach draußen.
Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt.
In der folgenden Zeit hat meine Lunge viel Arbeit, die Lippen bewegen sich, der Mund öffnet und schließt sich wieder, mein Herz hüpft und meine Augen strahlen. Der ganze Körper gerät in Bewegung. Gelegentlich zuckt mein Zwerchfell auf und nieder. Was scheinbar ansteckend ist, denn bei der Frau neben mir wackelt auch der Bauch, ihre Wangen röten sich und es treibt ihr Tränen in die Augen. Zum Abschluss erfrischt ein Glas roter Wein meine Kehle. Abgespannt und müde?
Keine Spur.
Ich habe Kraft getankt, gehe fröhlich nach Hause und freue mich schon auf die Chorprobe in der nächsten Woche.
Anmerkung: Diese Medizin nehme ich seit vielen Jahren ohne Risiken und Nebenwirkungen.
Ich singe im Alt und halte mich dadurch jung.
Stadtgeschichte Weißwasser O./L.
Weißwasser, das ist ein kleines Städtchen der Oberlausitz, das im so genannten 3-Ländereck gelegen ist. Man findet es im nordöstlichsten Zipfel Sachsens. Zur Grenze des Bundeslandes Sachsen zu Brandenburg ist es nahezu ebenso weit, wie bis zur Grenze des EU-Nachbarn Polen.
Zudem verläuft nördlich von Weißwasser die Trennlinie zwischen der Ober- und der Niederlausitz.
Erstmalige Erwähnung fand Weißwasser mit einem Eintrag im Urbarium der Standesherrschaft Muskau im Jahre 1552. Damals lebten 30 Bauern, Gärtner und Häusler mit ihren Familien in dem kleinen Dorf inmitten der Lausitzer Heide.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt ein rasanter Aufstieg des Dorfes zu einer Industriegemeinde. Die gut abbaubare Braunkohle in der Region, ergiebige Kaolinlagerstätten und ausgezeichneter Quarzsand waren die Basis für das schnelle Wachstum der Ziegelei und später der Glasindustrie.
Mit dem Anschluss des Ortes an die Bahnlinie Görlitz - Berlin im Jahre 1867 wuchsen Glashütten fast wie Pilze aus dem Boden.
Während die Gemeinde im Jahr 1885 noch 1.252 Einwohner zählte, hatten sich 1910 schon 12.000 Bewohner angesiedelt.
Das Stadtrecht wurde Weißwasser im Jahre 1935 erteilt.
Am Ende des 2. Weltkrieges lagen fast die Hälfte der Stadt und fast die gesamte Industrie in Schutt und Asche. Nach jahrzehnlangem Wiederaufbau hatte sich Weißwasser zum bedeutendsten Standort der Glasindustrie Ostdeutschlands entwickelt.
Die Entwicklung des Braunkohlebergbaus und der Elektroenergieerzeugung in der Region ab Mitte der 60-iger Jahre führten zu einem weiteren enormen Schub bei der Einwohnerzahl.
Ende 1987 war Weißwasser für fast 37.400 Menschen der Heimatort.
Nach 1990 führten jedoch der nahezu vollständige Zusammenbruch der Glasindustrie in der Region und die massiven Änderungen in den Strukturen des Bergbaus und der Energieerzeugung dazu, dass die Stadt in wenigen Jahren auf gerade mal 20.000 Einwohner schrumpfte.
Dieser Schrumpfungsprozess ist inzwischen zur Ruhe gekommen.
Weißwasser und die Region ringsum sind eng verflochten mit dem Leben und der Kultur der Sorben.
Diese nationale Minderheit hat ihren Ursprung in der ursprünglichen Besiedlung der Region durch slawische Völkerstämme, bevor sich auch germanische Stammesverbände vor mehr als 1.200 in Nieder- und Oberlausitz niederließen.